Eine Musterfeststellungsklage (MFK) ist ein zivilprozessuales Werkzeug nach §§ 606 ff. ZPO, mit dem
viele Menschen oder kleine Unternehmen gemeinsame Tatsachen- und Rechtsfragen vor Gericht klären
lassen können. Sie zwingt nicht zur Klage und ist keine automatische Auszahlung. Im Verfahren
TeslaNow GmbH ./. DVAG / Generali (LG Frankfurt am Main, 2-10 O 2/26) trägt die Klägerin Konstellationen
vor, die nach Klägervortrag potenziell mehrere Millionen DVAG-Kunden betreffen könnten — diese
Seite erklärt, wie eine MFK funktioniert, wer sie führen darf und welche Wege Betroffenen offenstehen.
Das Wichtigste in vier Sätzen
Eine Musterfeststellungsklage gegen DVAG existiert heute nicht. Sie kann frühestens
entstehen, wenn das Frankfurter Urteil vorliegt — realistisch 2027 oder 2028.
Wer wartet, kann Pech haben. Ansprüche verjähren nach drei Jahren — das läuft
weiter, ob es eine Sammelklage gibt oder nicht.
Heute können Sie nichts „anmelden". Aber Sie können Unterlagen sichern und sich
beraten lassen — das ist die einzig sinnvolle Vorbereitung.
TeslaNow sammelt Hinweise und vermittelt Kontakt. TeslaNow ist kein
offizielles Register und gibt keine Rechtsberatung.
Bin ich betroffen? — vier Fragen
Wenn Sie eine oder mehrere dieser Fragen mit „Ja" beantworten, kann ein Hinweis sinnvoll sein:
Habe ich eine DVAG-Police oder ein DVAG-Anlageprodukt?
Lebensversicherung, Rentenversicherung, fondsgebundene Police, Riester-Vertrag,
Sachversicherung — alles vermittelt durch DVAG.
Wurde mir der Vermittler als „Coach", „Sparringspartner", „Vermögensberater" oder
ähnliches vorgestellt?
Oder hatte ich den Eindruck, eine unabhängige Beratung zu bekommen — obwohl der Vermittler
rechtlich an einen Versicherer gebunden ist?
Hat sich mein Vertrag ungünstig verändert?
Beitragserhöhung ohne erkennbaren Grund, Bonusstaffel verschwunden, Klausel ergänzt — und
Sie wissen nicht genau, wann oder warum.
Bekomme ich keine klaren Antworten, wenn ich nachfrage?
Pauschale Hinweise auf „üblich", „so ist das nun mal", „können wir nicht ändern" statt einer
individuellen Antwort.
Wichtig: Die Verjährung läuft
Im deutschen Zivilrecht verjähren Ansprüche in der Regel nach drei Jahren
— ab Ende des Jahres, in dem Sie von der Schädigung wussten oder hätten wissen müssen
(§§ 195, 199 BGB). Spätestens nach zehn Jahren ab Vertragsabschluss greift
die Höchstfrist (§ 199 Abs. 3 BGB).
Drei Faustregeln:
Vertrag aus 2016 oder früher — meistens unter der Höchstfrist verjährt.
Eine kurzfristige Beratung ist trotzdem sinnvoll, weil es Ausnahmen gibt.
Vertrag aus 2017 bis 2023 — Frist läuft. Spielraum vorhanden, aber
nicht unbegrenzt. Beratung ist hier besonders dringlich.
Vertrag ab 2024 — regulärer Drei-Jahres-Lauf. Verjährung typischerweise
Ende 2027.
Wichtig: Eine Anmeldung zu einer Sammelklage hemmt die Verjährung —
aber nur, wenn die Sammelklage existiert und Sie sich aktiv anmelden. Wer auf eine
Sammelklage wartet, die noch nicht existiert, läuft Gefahr, dass sein Anspruch in der
Zwischenzeit verjährt.
Datenschutz-Auskunft anfordern. Nach Art. 15 DSGVO können Sie alle
gespeicherten Daten verlangen — kostenlos, Frist ein Monat.
Verjährungsstand prüfen lassen. Verbraucherzentrale, Bund der
Versicherten, Anwalt — besonders bei Verträgen aus 2016–2018.
Hinweis bei TeslaNow einreichen — wir ordnen, erkennen Muster und
stellen auf Wunsch Kontakt her.
✗ Das ist heute nicht sinnvoll
Aufrufen folgen, sich auf Plattformen anmelden, deren Klagebefugnis
unklar ist.
Vertrag aus Wut kündigen. Eine voreilige Kündigung kann vorhandene
Ansprüche schwächen.
Aufgeben. Auch komplexe Fälle haben Ansatzpunkte — solange die
Verjährung nicht abgelaufen ist.
Auf eine MFK warten und nichts tun. Wenn die Verjährung in der
Zwischenzeit abläuft, hilft die Sammelklage nicht mehr.
Musterfeststellungsklage — Aufruf zur geordneten Aufklärung · Unterlagen sichern · Muster erkennen · Aufklärung ermöglichen
Klägervortrag · Beklagte bestreiten · Laufendes Verfahren · keine Rechtsberatung · keine Personennennung
Sie haben ähnliche Erfahrungen gemacht?
Reichen Sie einen Betroffenenhinweis ein. Wir prüfen nicht Ihren individuellen Anspruch, aber wir
ordnen Hinweise, erkennen Muster und stellen auf Wunsch Kontakt zu geeigneter Unterstützung her.
Eine Musterfeststellungsklage — kurz MFK — ist ein Instrument des kollektiven Rechtsschutzes. Sie
soll klären, ob bestimmte Tatsachen oder Rechtsfragen für viele gleich gelagerte Fälle einheitlich
zu beurteilen sind.
Das bedeutet: Nicht jede betroffene Person muss dieselbe Grundsatzfrage allein durch alle Instanzen
tragen. Stattdessen kann ein qualifizierter Verband zentrale Fragen gerichtlich feststellen lassen.
Diese Feststellungen können später für die Durchsetzung individueller Ansprüche wichtig werden.
Wichtig ist: Eine Musterfeststellungsklage ersetzt nicht automatisch jeden Einzelfall. Sie ist kein
pauschales Auszahlungsverfahren und keine Garantie für Schadensersatz. Sie kann aber helfen,
gemeinsame Strukturfragen gerichtlich zu klären — etwa, ob ein bestimmtes Geschäftsmodell, eine
bestimmte Vertragsgestaltung oder eine bestimmte Außendarstellung rechtlich tragfähig war.
Warum TeslaNow darüber informiert
TeslaNow führt ein eigenes Verfahren gegen die Deutsche Vermögensberatung AG und die Generali
Deutschland Versicherung AG vor dem Landgericht Frankfurt am Main. Gegenstand des Verfahrens sind
nach Klägervortrag unter anderem Fragen zur Vertriebsrolle, zur vertraglichen Gestaltung, zur
Policierung und zur wirtschaftlichen Wirkung des Systems. Die Beklagten treten diesem Vortrag
entgegen; entschieden ist darüber noch nicht. Das Verfahren ist als § 826-BGB-Verfahren mit
mehreren Tatsachenkomplexen und einer EVIL-Erweiterung dokumentiert.
Aus diesem Verfahren kann sich eine breitere Frage ergeben:
Betrifft das nur TeslaNow — oder gibt es weitere Personen, Unternehmen oder Kundengruppen, die
vergleichbare Erfahrungen gemacht haben?
Was wir sichtbar machen wollen
Wir wollen sichtbar machen, ob es weitere Betroffene gibt, die ähnliche Strukturen erlebt haben — zum Beispiel
im Zusammenhang mit:
Finanzvertrieb und Versicherungsvermittlung,
der Außendarstellung als „Beratung", „Coach" oder „Vermögensberatung",
provisionsgetragenen Vertriebsmodellen,
unklarer Abgrenzung zwischen Kundeninteresse und Produktgeberinteresse,
Vertragsänderungen, Policierung, Beitragserhöhungen oder verweigerter Transparenz.
Wir behaupten damit nicht, dass jeder Fall gleich ist. Wir sammeln Hinweise, ordnen wiederkehrende
Muster und stellen auf Wunsch Kontakte zu unterstützenden Stellen her.
Warum Betroffene nicht allein bleiben sollten
Wer einer großen Organisation als Einzelne oder Einzelner gegenübertritt, steht in der Regel in
einer praktischen Asymmetrie. Die Rechtssoziologie spricht hier von Repeat Playern auf der
einen Seite — Akteuren, die regelmäßig in vergleichbaren Verfahren stehen, mit eigenen
Rechtsabteilungen, festen Standardprozessen und Erfahrungswissen aus vielen Vorgängen — und
One-Shottern auf der anderen Seite: Personen oder kleinen Unternehmen, für die ein solches
Verfahren ein einmaliges, lebensgeschichtlich oder existenziell prägendes Ereignis ist.
Diese Asymmetrie ist kein Vorwurf, sondern ein strukturelles Faktum. Sie wirkt sich auf Zeit,
Vorbereitungstiefe, Unterlagenpflege und die Fähigkeit aus, einen Vorgang über Jahre konsistent zu
durchdringen. Wer die Asymmetrie nicht ausgleicht, riskiert, dass sich gleich gelagerte
Strukturfragen in vielen Einzelverfahren immer wieder neu stellen — ohne dass eine einheitliche
Antwort entsteht.
Vernetzung ist deshalb keine Kampagne. Vernetzung ist geordnete Rechtsmobilisierung:
das systematische Sichtbarmachen wiederkehrender Strukturen, die Bündelung von Hinweisen, die
Weitervermittlung an qualifizierte Stellen. Sie ersetzt weder Anwalt noch Gericht — sie macht aber
möglich, dass aus vielen Einzelfällen ein gemeinsam würdigbares Bild wird.
In welchem Lager stand Ihr Ansprechpartner?
Bei den Prüffragen kommt es vor allem auf eines an: in welchem Lager stand Ihr Ansprechpartner
rechtlich? Drei Lager sind möglich:
Grün — der Honorarberater steht im Lager des Kunden.
Gelb — der Versicherungsmakler ist Sachwalter des Kunden mit marktbreiter Vergleichspflicht.
Rot — der gebundene Vertreter steht rechtlich im Lager des Versicherers.
Sie fühlen sich betroffen?
Sie können sich bei uns melden, wenn Sie sich fragen:
„Wurde mir wirklich unabhängig geholfen — oder wurde mir ein Produktinteresse als Beratung dargestellt?"
„War mir klar, in welchem Lager mein Ansprechpartner rechtlich stand?"
„Wurden wichtige Vertragsänderungen, Provisionen oder Bindungen ausreichend transparent gemacht?"
„Gibt es andere Betroffene mit ähnlichen Erfahrungen?"
Wir nehmen Hinweise entgegen und können — soweit passend — den Kontakt zu Personen, Initiativen,
Verbänden oder anwaltlicher Unterstützung herstellen, die sich mit kollektiver Rechtsdurchsetzung
beschäftigen.
Was TeslaNow tut — und was nicht
TeslaNow sammelt Hinweise von Betroffenen.
TeslaNow erkennt Muster in wiederkehrenden Strukturen.
TeslaNow stellt auf Wunsch Kontakt zu geeigneter Unterstützung her —
anwaltliche Vertretung, Verbraucherakteure, Initiativen kollektiver Rechtsdurchsetzung.
Klargestellt:
TeslaNow leistet keine Rechtsberatung. Eine rechtliche Anspruchsprüfung
übernehmen ausschließlich Anwältinnen und Anwälte.
TeslaNow führt kein offizielles Register. Das Verbandsklageregister wird
vom Bundesamt für Justiz geführt; eine etwaige Anmeldung zu einer Musterfeststellungsklage
oder Abhilfeklage erfolgt ausschließlich dort.
TeslaNow tritt nicht als qualifizierte Stelle auf — diese Rolle ist im
VDuG anerkannten Verbänden vorbehalten.
Unser Ziel ist Aufklärung und Vernetzung: Betroffene sollen nicht isoliert
bleiben, wenn viele dieselbe Struktur erlebt haben.
So läuft die Kontaktaufnahme ab
Sie schildern kurz Ihren Fall.
Was ist passiert? Welche Gesellschaft war beteiligt? Ging es um Beratung, Versicherung,
Geldanlage, Finanzierung oder Vertragsänderungen?
Sie laden vorhandene Unterlagen hoch oder nennen die wichtigsten Daten.
Zum Beispiel Verträge, E-Mails, Policen, Rechnungen, Beratungsunterlagen, Screenshots oder
Schriftwechsel.
Wir prüfen, ob Ihr Hinweis zu bekannten Mustern passt.
Dabei geht es nicht um eine rechtliche Anspruchsprüfung, sondern um die Frage, ob ein
struktureller Zusammenhang erkennbar ist.
Wir stellen auf Wunsch Kontakt her.
Je nach Fall kann das Kontakt zu anderen Betroffenen, anwaltlicher Unterstützung,
Verbraucherakteuren oder Initiativen zur kollektiven Rechtsdurchsetzung sein.
MFK nach § 41 VDuG · der gesetzliche Rahmen
Mit dem Verbraucherrechtedurchsetzungsgesetz (VDuG), das am 13.10.2023 die
Musterfeststellungsklage des § 606 ZPO a. F. abgelöst hat, ist die deutsche Verbandsklage neu
geordnet. Sie kennt heute zwei Klagetypen: die Abhilfeklage (auf Leistung) und die
Musterfeststellungsklage.
§ 41 VDuG regelt die Musterfeststellungsklage als zweiten Klagetyp neben der
Abhilfeklage. Sie zielt nicht auf eine unmittelbare Leistung, sondern auf die verbindliche
Feststellung tatsächlicher und rechtlicher Voraussetzungen, die für viele gleich gelagerte
Ansprüche dieselben sind. Die Feststellung wirkt für die anschließend angemeldeten Ansprüche
bindend; die individuelle Durchsetzung bleibt jeder einzelnen Anmelderin und jedem einzelnen
Anmelder überlassen.
Kleine Unternehmen nach § 1 Abs. 2 VDuG
§ 1 Abs. 2 VDuG stellt kleine Unternehmen den Verbrauchern für Zwecke des
Gesetzes gleich. Voraussetzung ist, dass das Unternehmen
weniger als 10 Beschäftigte hat und
einen Jahresumsatz oder eine Jahresbilanzsumme von höchstens 2 Millionen Euro
erreicht.
Das hat eine praktische Bedeutung: Auch kleine Unternehmen — Gewerbetreibende, Handwerksbetriebe,
kleine Dienstleister — können in den Schutzbereich der Verbandsklage fallen, wenn sie strukturell
in einer ähnlichen Position stehen wie individuelle Verbraucher.
Verbandsklageregister beim Bundesamt für Justiz
Das Bundesamt für Justiz führt das Verbandsklageregister. Dort werden
öffentlich bekannt gemachte Musterfeststellungsklagen und Abhilfeklagen veröffentlicht. Nach
öffentlicher Bekanntmachung stehen dort auch die Online-Formulare zur Anmeldung zur Verfügung.
Die Anmeldung ist nur wirksam, wenn die Pflichtangaben vollständig gemacht werden. Das
Bundesamt für Justiz prüft die Angaben nicht inhaltlich.
Wichtig: Die Anmeldung in das Verbandsklageregister kann nur über das
Bundesamt für Justiz erfolgen — nicht über TeslaNow. TeslaNow nimmt Betroffenenhinweise
entgegen, ordnet sie und vermittelt auf Wunsch Kontakte. Eine Anmeldung im Sinne des § 46 VDuG
müssen Betroffene jeweils selbst beim Bundesamt für Justiz vornehmen, sobald eine entsprechende
Klage öffentlich bekannt gemacht wurde.
Kontakt
Sie haben den Eindruck, betroffen zu sein? Schreiben Sie uns eine kurze Nachricht mit dem Betreff: